Regenbogen Lasagne – Wenn Gemüse zum Kunstwerk wird

Regenbogen Lasagne – Wenn Gemüse zum Kunstwerk wird

Ich gebe es zu – das erste Mal, als ich eine Regenbogen Lasagne gemacht habe, war eine Katastrophe. Ich hatte vier Pfannen gleichzeitig auf dem Herd, überall Gemüse, meine Küche sah aus wie nach einer Explosion im Bauernladen, und mein Mann kam rein und meinte nur: “Äh… machst du gerade ein Experiment?” Ja, verdammt nochmal. Und es ist schiefgegangen. Aber jetzt… jetzt kann ich das. Und ehrlich gesagt ist diese bunte Lasagne mittlerweile mein Geheimwaffe, wenn Besuch kommt.

Letzten Samstag hatte ich meine Schwiegermutter zu Besuch (ja, genau, DIE Schwiegermutter, die immer alles kommentiert). Ich hab ihr diese Regenbogen Lasagne vorgesetzt, und sie war tatsächlich sprachlos. Nicht wegen des Geschmacks – obwohl der mega war – sondern weil das Ding einfach so krass aussieht, wenn du es anschneidest. Diese perfekten bunten Schichten… rot, orange, grün, lila. Wie ein Sonnenuntergang auf dem Teller.

Das Beste daran? Unter all dieser Farbe versteckt sich verdammt viel Gemüse. Spinat, Kürbis, Rote Bete, Pilze… ich mein, wenn mein inneres Kind das wüsste, würde es wahrscheinlich streiken. Aber es schmeckt so gut, dass du das Gemüse eigentlich gar nicht bemerkst. Du denkst nur: “Wow, das ist lecker” – und dann hast du nebenbei noch deine fünf Portionen Gemüse für den Tag gegessen. Win-win.

Warum ich diese Lasagne immer wieder mache

Okay, vorab: Diese Regenbogen Lasagne ist nichts für einen schnellen Dienstagabend, wenn du um 18 Uhr von der Arbeit kommst und Hunger hast. Das ist eher so ein Sonntagnachmittag-Projekt, wenn du Zeit hast und Bock auf was Besonderes. Aber – und das ist wichtig – es lohnt sich so sehr.

Erstens: Der Wow-Faktor. Ich koch jetzt seit Jahren, und kaum ein Gericht hat je so viel Aufmerksamkeit bekommen wie diese Lasagne. Wenn du die anschneidest und diese bunten Schichten zum Vorschein kommen… Leute flippen aus. Meine beste Freundin hat letztens drei Fotos davon auf Instagram gepostet. Drei! Und normalerweise postet sie nur ihre Katze.

Zweitens: Du kannst diese Regenbogen Lasagne vorbereiten. Also, komplett. Samstag zusammenbauen, in den Kühlschrank stellen, Sonntag nur noch aufwärmen. Ich mach das immer so, wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag Besuch habe, aber keinen Bock auf Stress. Und ehrlich gesagt schmeckt die Lasagne am zweiten Tag sogar noch besser, weil alles so richtig durchgezogen ist.

Drittens – und das ist mein Lieblingsgrund – du kannst dabei so kreativ sein. Die Basis ist immer gleich: bunte Schichten. Aber was du rein tust? Total egal. Ich hatte letztens keine Rote Bete mehr und hab stattdessen rote Paprika genommen. Hat auch funktioniert. Mein Mann hasst Spinat? Dann nehm ich Brokkoli. Die Regenbogen Lasagne ist wie ein Baukasten – du kannst alles nehmen, was gerade im Kühlschrank rumliegt.

Was ich für meine bunte Lasagne verwende

Bei den Zutaten bin ich mittlerweile ziemlich routiniert. Am Anfang hab ich viel zu viel gekauft und stand dann mit drei Kürbissen da, die ich nicht mehr sehen konnte. Jetzt weiß ich genau, was ich brauche.

Für die Tomatenschicht nehme ich immer Passata vom Edeka – die mit dem roten Deckel. Warum? Weil die schön dickflüssig ist und nicht so wässrig wie manche anderen. Ich hab mal eine billige gekauft, und die ganze Lasagne war am Ende wie Suppe. Nicht gut. Also: lieber zwei Euro mehr ausgeben.

Den Spinat kaufe ich tiefgefroren. Ja, ich weiß, frisch wäre besser, aber hast du mal versucht, 500g frischen Spinat zu waschen und zusammenfallen zu lassen? Das dauert ewig, und am Ende hast du eine winzige Hand voll. Mit TK-Spinat hast du das Ganze in fünf Minuten durch. Ich lass den einfach in einem Topf auftauen, drück das Wasser raus, fertig.

Beim Kürbis – und das ist wichtig – nimm Hokkaido. Der muss nicht geschält werden, und er ist schön süßlich. Ich hab mal Butternut genommen… das war okay, aber Hokkaido ist einfach besser. Den kaufe ich im Herbst immer gleich drei Stück auf dem Wochenmarkt und mach dann öfters diese Lasagne.

Rote Bete… oh Mann, ich hass es, die zu schälen. Deine Hände sehen danach aus, als hättest du gerade ein Verbrechen begangen. Ich kaufe die mittlerweile schon vorgekocht und vakuumiert beim Rewe. Kostet mehr, aber es spart mir 20 Minuten Arbeit und meine Hände bleiben sauber. Wer Zeit hat, kann die natürlich auch selbst kochen – dauert aber 40 Minuten.

Ricotta bekomm ich beim türkischen Supermarkt um die Ecke. Der ist mega cremig und kostet die Hälfte von dem, was ich beim Rewe zahlen würde. Und Ziegenkäse… da schwöre ich auf den von der Marke Chavroux. Der ist mild genug, dass er nicht zu intensiv wird, aber trotzdem hat er diesen typischen Ziegen-Geschmack.

Hier ist, was du konkret brauchst:

Für die rote Schicht (Tomatensauce):

  • 680g Passata (die dickflüssige!)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • Chilliflocken
  • Salz
  • Thymian
  • 2 Lorbeerblätter

Für die grüne Schicht (Spinat-Ricotta):

  • 500g TK-Spinat (oder frisch, wenn du Zeit hast)
  • 500g Ricotta
  • 50g Parmesan
  • Salz

Für die orange Schicht (Kürbis):

  • 1 Hokkaido-Kürbis (ca. 800g)
  • ½ TL Muskat
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • Salz
  • 1 TL Erdnussbutter (klingt weird, ist aber genial)

Für die lila Schicht (Rote Bete):

  • 1 große Rote Bete (oder 2 kleine, vorgekocht)
  • 4 Knoblauchzehen
  • 150g Ziegenkäse oder Feta
  • Thymian
  • Salz

Dazu noch:

  • 25-30 Lasagneblätter (ich nehme Barilla)
  • 150g Mozzarella
  • 100g geriebener Parmesan

So mache ich meine Regenbogen Lasagne

Okay, ich geb’s zu: Die ersten 20 Minuten sind ein bisschen chaotisch. Du hast mehrere Töpfe auf dem Herd, der Mixer läuft, überall liegt Gemüse… aber dann wird’s entspannter, versprochen. Ich mach das meistens sonntags nachmittags, wenn ich Netflix nebenbei laufen lassen kann.

1. Vorbereitung (Das ist wichtig!)

Heiz den Ofen auf 180 Grad Umluft vor. Fette eine große Auflaufform ein – ich hab so eine 25×25 cm Keramikform vom Ikea, die ist perfekt. (Als ich das erste Mal vergessen hab, die Form einzufetten, klebte alles fest. Musste die Form drei Stunden einweichen. Nicht empfehlenswert.)

2. Die Tomatensauce

Zwiebel und Knoblauch klein schneiden. In einem Topf mit etwas Olivenöl glasig anbraten. Passata dazu, Lorbeerblätter, Thymian, eine Prise Chilliflocken und Salz. Das Ganze 10 Minuten köcheln lassen. Die ganze Küche riecht jetzt schon nach Italien – mein Mann kommt dann meistens an und fragt, ob wir Pasta essen. Nö, Lasagne!

3. Die Kürbis-Schicht

Den Hokkaido in grobe Würfel schneiden (musst du nicht schälen!). In einem Topf mit etwas Wasser weichkochen – dauert so 10 Minuten. Dann abgießen und ab in den Mixer. Knoblauch, Muskat, Salz, Chilliflocken und – jetzt kommt’s – einen Teelöffel Erdnussbutter dazu. Klingt komisch, aber das gibt dem Ganzen so eine cremige, leicht nussige Note. Mixen, bis es glatt ist. Die Konsistenz sollte wie dickflüssiger Joghurt sein.

4. Die Spinat-Ricotta-Schicht

TK-Spinat in einem Topf auftauen lassen, dann in ein Sieb geben und richtig gut ausdrücken. Du musst wirklich so viel Wasser wie möglich rauspressen, sonst wird die Lasagne matschig. (Hab ich beim ersten Mal nicht gemacht – war ein Desaster.) In einer Schüssel den ausgedrückten Spinat mit Ricotta, Parmesan und Salz vermischen. Fertig. Diese Schicht ist am schnellsten.

5. Die Rote-Bete-Schicht

Die Rote Bete (wenn du vorgegart gekauft hast, super, sonst musst du die vorher 40 Minuten kochen) in Würfel schneiden. Mit Knoblauch, Ziegenkäse, Thymian und Salz in den Mixer. Auch hier: mixen bis es glatt ist. Diese Schicht wird richtig schön pink – als ich das erste Mal gesehen hab, dachte ich, ich hätte zu viel gemacht, aber es war perfekt.

6. Jetzt kommt das Schichten (mein Lieblingsteil)

So, jetzt wird’s spannend. Nimm deine Auflaufform und fang an zu schichten:

  • Zuerst ein bisschen Tomatensauce auf den Boden (verhindert, dass die Nudeln kleben)
  • Dann eine Lage Lasagneblätter – ich überlapp die immer ein bisschen, damit keine Lücken sind
  • Jetzt kommt die rote Bete Schicht – komplett drauf verteilen
  • Wieder Lasagneblätter
  • Kürbis-Schicht
  • Lasagneblätter
  • Spinat-Ricotta
  • Lasagneblätter
  • Den Rest der Tomatensauce

Bei mir hat das beim ersten Mal 15 Minuten gedauert, weil ich so vorsichtig war. Jetzt schaff ich das in fünf. Du musst die Schichten nicht perfekt glatt streichen – ein bisschen rustikal ist okay.

7. Der Käse-Deckel

Zum Schluss den Mozzarella (ich zupfe den immer in Stücke) und den geriebenen Parmesan drauf verteilen. Das gibt dir diese goldbraune Kruste oben, die so geil knusprig wird.

8. Ab in den Ofen

Die Regenbogen Lasagne kommt jetzt für 30-40 Minuten in den Ofen. Du merkst, dass sie fertig ist, wenn der Käse oben goldbraun ist und an den Seiten kleine Blasen wirft. Und der Geruch… oh Mann, die ganze Wohnung riecht so gut, dass meine Nachbarin letztens geklingelt hat und gefragt hat, was ich koche.

9. Ruhezeit (Nicht überspringen!)

Das ist mega wichtig: Wenn die Lasagne aus dem Ofen kommt, lass sie 10-15 Minuten stehen. Ja, ich weiß, du willst sofort reinhauen, aber wenn du das tust, fällt alles auseinander. Die Ruhezeit sorgt dafür, dass sich alles setzt und du perfekte Stücke schneiden kannst. (Hab ich beim ersten Mal ignoriert – totales Chaos auf dem Teller.)

Das hätte ich früher wissen sollen

Als ich diese Regenbogen Lasagne das erste Mal gemacht habe, hatte ich keine Ahnung, wie wichtig die Konsistenz der Gemüseschichten ist. Ich hab einfach alles püriert und gedacht “passt schon”. War es nicht. Die Kürbis-Schicht war zu fest, die Rote-Bete zu flüssig… am Ende hatte ich so eine komische Lasagne mit harten und matschigen Stellen. Seitdem achte ich darauf, dass alle Schichten die gleiche Konsistenz haben – wie dickflüssiger Joghurt oder Porridge. Wenn eine Schicht zu fest ist, geb ich einen Schuss Gemüsebrühe dazu. Wenn sie zu flüssig ist, lass ich sie noch ein bisschen einkochen.

Ein anderer Fehler war, dass ich am Anfang zu wenig Gewürze genommen habe. Ich dachte, das Gemüse schmeckt ja von sich aus… nö. Rote Bete ohne Salz und Knoblauch? Schmeckt nach gar nichts. Kürbis ohne Muskat? Langweilig. Mittlerweile würze ich jede Schicht einzeln richtig gut – und dann schmeckt die Lasagne auch so, wie sie soll.

Was mir meine Kollegin mal gezeigt hat: Du kannst die einzelnen Schichten schon am Vortag vorbereiten. Also alle Gemüsemassen machen, in Tupperware packen, in den Kühlschrank. Am nächsten Tag musst du dann nur noch schichten und backen. Spart mega Zeit, besonders wenn du Besuch erwartet und noch andere Dinge zu tun hast.

Und noch ein Trick: Wenn du die Regenbogen Lasagne anschneidest, benutz ein scharfes, großes Messer und wisch es nach jedem Schnitt kurz ab. So bleiben die Schichten sauber getrennt und du hast diese perfekten bunten Streifen auf dem Teller. Bei mir klappt das nicht immer, aber wenn es klappt, sieht es aus wie aus einem Restaurant.

Mein Fazit

Also, ich mach diese Regenbogen Lasagne jetzt seit knapp zwei Jahren immer wieder, und ich werde nicht müde davon. Ja, es ist Aufwand. Ja, deine Küche sieht danach aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Aber wenn du dann am Tisch sitzt und in diese bunte, warme, cremige Lasagne beißt… dann weißt du, dass es sich gelohnt hat.

Was ich besonders mag: Jeder am Tisch freut sich wie ein kleines Kind, wenn sie die bunten Schichten sehen. Es ist wie ein Überraschungseffekt, obwohl du vorher schon weißt, dass es bunt wird. Und dann schmeckt jede Schicht ein bisschen anders – die süßliche vom Kürbis, die erdige von der Rote Bete, die cremige vom Spinat-Ricotta… es ist wie eine Reise durch verschiedene Geschmäcker in einem Bissen.

Und das Coolste: Diese Lasagne ist eigentlich gesund. Also, abgesehen vom Käse oben drauf. Aber unter all der Optik verstecken sich Tonnen von Gemüse. Mein Mann, der normalerweise kein Gemüse-Fan ist, isst zwei Portionen davon. Ohne zu murren.

Hast du schon mal so eine bunte Lasagne gemacht? Oder bist du eher Team “klassische Lasagne mit Bolognese”? Schreib mir gerne in die Kommentare – ich bin immer auf der Suche nach neuen Variationen!

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Regenbogen Lasagne – Wenn Gemüse zum Kunstwerk wird

Rezeptkarte: Regenbogen Lasagne

  • Regenbogen Lasagne mit 4 bunten Gemüseschichten! Kürbis, Rote Bete, Spinat & Tomate sorgen für Wow-Effekt. Perfekt für Gäste – hier ist mein Rezept!”

    Ingredients

    Scale

    Zutaten:

    Tomatensauce:

    • 680g Passata
    • 1 Zwiebel
    • 3 Knoblauchzehen
    • Chilliflocken, Salz
    • Thymian, 2 Lorbeerblätter

    Spinat-Ricotta:

    • 500g TK-Spinat
    • 500g Ricotta
    • 50g Parmesan, Salz

    Kürbis-Schicht:

    • 1 Hokkaido-Kürbis (ca. 800g)
    • ½ TL Muskat
    • 45 Knoblauchzehen
    • 1 TL Erdnussbutter, Salz

    Rote-Bete-Schicht:

    • 1 große Rote Bete (vorgekocht)
    • 4 Knoblauchzehen
    • 150g Ziegenkäse
    • Thymian, Salz

    Außerdem:

    • 2530 Lasagneblätter
    • 150g Mozzarella
    • 100g Parmesan

    Instructions

    Zubereitung:

    1. Ofen auf 180°C Umluft vorheizen, Form einfetten
    2. Tomatensauce: Zwiebel und Knoblauch anbraten, Passata und Gewürze zugeben, 10 Min köcheln
    3. Kürbis würfeln, weichkochen, mit Knoblauch, Muskat, Erdnussbutter im Mixer pürieren
    4. Spinat auftauen, ausdrücken, mit Ricotta und Parmesan mischen
    5. Rote Bete mit Knoblauch, Ziegenkäse und Gewürzen pürieren
    6. Schichten: Tomatensauce – Nudeln – Rote Bete – Nudeln – Kürbis – Nudeln – Spinat – Nudeln – Tomatensauce
    7. Mozzarella und Parmesan darauf verteilen
    8. 30-40 Min backen bis goldbraun
    9. 10-15 Min ruhen lassen vor dem Anschneiden

    Notes

    Tipps:

    • Alle Gemüseschichten sollten die Konsistenz von dickflüssigem Joghurt haben
    • Kann einen Tag vorher vorbereitet werden
    • Scharfes Messer für saubere Schichten beim Anschneiden
    • Aufgewärmt schmeckt sie noch besser!
    • Author: Eva Fischer